Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde "Zum Guten Hirten"

Andacht zu Erntedank 2018

„Nun steht in Laub und Blüte, Gott Schöpfer, Deine Welt!“ Das Lied (Nr. 641 im Gesangbuch) werden wir bald wieder singen zum Erntefest und zum Ernte-dank. Dann, wenn wir zusammenkommen auf dem Festplatz oder in unserer Kirche und danken für die Ernte und für all die, die für unser täglich Brot sorgen.

Nach dem Sommer in diesem Jahr aber, der uns vor allem Hitze brachte und Dürre, hat das eine besondere Bedeutung. Denn für viele, die von der Landwirtschaft leben, bedeutete es sorgenvolle Wochen um Tiere und Felder. Und nun einfach mitzusingen, fröhlich zu schmettern: „Wir freuen uns und loben die schöne Jahreszeit“ - das fällt mir schwer nach der Erfahrung dieses Sommers. 

Letztlich leben wir alle von dem, was geerntet wird und was Tiere uns geben: „Wir leben, Herr, noch immer vom Segen der Natur“, so heißt es in der 3.Strophe. Eine Erinnerung, dass, selbst bei allen technischen Errungenschaften in der Landwirtschaft, immer noch vieles vom Wetter, von dem gänzlich Unverfügbaren abhängt. 

Dann doch ernten zu können und täglich Brot zu haben, danken wir denen, die für uns auf den Feldern und in den Fabriken arbeiten. Es ist ein Geschenk, das uns Gott macht: Dass wir mittun dürfen an seiner Schöpfung. Von ihr leben wir und für sie haben wir auch Verantwortung. Schon ganz am Anfang der Bibel ist das formuliert: Der Mensch darf den Garten, in dem er lebt, „bebauen und bewahren“, darf Tieren Namen geben und be-stimmen, wie er sie einsetzt (I.Mose 2,15.19-20).

„Wir wollen gut verwalten, was Gott uns anvertraut, verant-wortlich gestalten, was unsre Zukunft baut. Herr, lass uns nur nicht fallen in Blindheit und Gericht. Erhalte uns und allen des Lebens Gleichgewicht.“  In diese 4.Strophe des Liedes kann ich einstimmen, denn sie macht mir bewußt, wie dankbar ich empfangen darf - gerade nach diesem Sommer.


Dankbar grüßt Sie Pastorin Meike Müller